Universitätsgebäude der Sprach-u. Kulturwissenschaften Goethe-Universität FFM
Frankfurt am Main
Wettbewerb: 2015 - 1.Preis
Standort: Rostocker Straße 2, Frankfurt a. Main
Bauherr: LBIH Hessisches Baumanagement
Fertigstellung: 2022
BGF: 36.300 qm
Die Goethe Universität konzentriert ihre zuvor über das Stadtgebiet verteilten geistes- , sprach- und kulturwissenschaftlichen Institute auf dem Campus Westend, Frankfurt/M. Mit dem neuen Universitätsgebäude der Sprach- und Kulturwissenschaften (SKW) entsteht der nördliche Abschluss des von Ferdinand Heide entwickelten Masterplans. Der Ort ist geprägt durch das ehemalige IG Farben Gebäude von Hans Poelzig, dessen strenge Rationalität und Travertinfassade den Maßstab und die Atmosphäre des Campus bestimmen. Gleichzeitig verlangt der Standort nach einer baulichen Setzung, die eine Vielzahl unterschiedlicher universitäter Nutzungen – von Bibliothek und Hörsaal bis zu Werkstätten, Verwaltung und Serviceeinrichtungen – unter einem Dach zusammenführt.
Das Projekt steht zwischen zwei Polen:
einerseits dem Weiterbauen eines homogenen Campusensembles mit klarer Ordnung, andererseits dem Anspruch, für viele kleine Fächer und diverse Programme eine eigenständige, wiedererkennbare Identität zu schaffen. Dazu kommen funktionale Anforderungen: ein komplexes Raumprogramm, das trotz Größe übersichtlich bleiben, öffentlich zugängliche Einrichtungen integrieren und klare Wegebeziehungen aufspannen soll. Zugleich muss das Gebäude eine urbane Kante zur Stadt ausbilden und den Campus nach Norden öffnen.
BLK2 beantworten diese Spannung mit einem Ensemble aus drei kubischen Baukörpern, die unterschiedliche Programme sichtbar machen, aber über ein gemeinsames Erdgeschossplateau zusammenfinden. Eingeschriebene Innenhöfe strukturieren die Masse und schaffen die Typologie einer kleinen Stadt mit klaren Adressen und kurzen Wegen. Das Erdgeschoss bildet mit Foyer, Mensa und dem zentralen ellipsoiden Hörsaal einen öffentlich lesbaren Kern, der Orientierung gibt und den Campus mit der Stadt verknüpft.
Die Fassade interpretiert das Prinzip der Lochfassade in einer geschichteten, beweglichen Ordnung aus Naturstein und Metall. Das Wechselspiel der beiden Fassadengitter erzeugt Tiefe, ohne die Massivität eines monolithischen Steinbaus zu behaupten. Damit entsteht ein präziser Bezug zur Campusgeschichte, ohne Poelzigs Bauten zu zitieren.
Insgesamt fügt sich der Neubau in Maßstab, Typologie und Materialität in den Campus ein und schafft zugleich einen eigenständigen Ort, der die Vielfalt der „kleinen Fächer“ unter einem klar strukturierten Dach bündelt.
Das Gebäude wird am Haupteingang vom Campus über die Rostocker Straße erschlossen. Direkt am Haupteingang befindet sich im südlichen Baukörper die unabhängig sonstiger Öffnungszeiten nutzbare und belebte Mensa mit Außenplätzen zum Campus.
Vom Windfang des Haupteinganges betritt der Besucher das großzügig dimensionierte Foyer, von dem die verschiedenen Funktionsbereiche, der Hörsaal für 700 Personen sowie die Bibliothek erschlossen werden. Im Süden besteht die Möglichkeit der Anlieferung via eines kleinen Hofes für Mensa und ebenerdige Werkstätten.
In den beiden Untergeschossen befindet sich eine öffentliche Tiefgarage nebst Archiv-, Lager- und Technikflächen.





















